Mehr Raum für Sicherheit: Fraunhofer AISEC eröffnet im Jubiläumsjahr neues Zentrum für Cybersicherheit

Pressemitteilung / 13.11.2019

© Fraunhofer AISEC | Lernlabor Cybersicherheit
Podiumsdiskussion »Vertrauen in den digitalen Wandel«

Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC am 30. Oktober 2019 sein neues Institutsgebäude feierlich eröffnet. Fast genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung ist auf dem Forschungscampus Garching, einem der größten Zentren für Wissenschaft, Forschung und Lehre in Deutschland, ein neues Zentrum für Cybersicherheit entstanden, das ausreichend Platz für zukunftsweisende Forschung rund um das Thema Cybersicherheit bietet.

»Wir freuen uns sehr, mit dem Umzug in unseren Neubau nun eine neue Ära im AISEC-Zeitalter einzuleiten,« betonte Prof. Claudia Eckert vor 250 Gästen aus Politik und Wirtschaft, Kunden, Partnern und Alumnis. »Das Thema Cybersicherheit zählt nach wie vor zu den neuralgischen Themen unserer Zeit und wir sind uns sicher, dass wir in unseren neuen Räumlichkeiten die exzellente Forschung an unserem Institut weiter vorantreiben können.«

Nach Grußworten und Ansprachen der Institutsleiter und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, darunter der bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Alfred Füracker, dem Präsidenten der Technischen Universität, Prof. Thomas Hofmann, und Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. wurde in einer abschließenden Podiumsdiskussion der Stellenwert der Cybersicherheit in unserer Gesellschaft beleuchtet. Unter dem Titel »Vertrauen in den digitalen Wandel« diskutierten Matthias Kammer, ehemaliger Direktor des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet DIVSI, Dr. Stefan Hofschen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH, Dr. Raoul Klingner, Direktor Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft e.V., Ministerialdirigent Dr. Rainer Bauer  (Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat) und Prof. Dr. Claudia Eckert über die Bedeutung der Cybersicherheit für die Digitalisierung.

Nach den Festreden hatten die Gäste die Möglichkeit, sich in den Räumlichkeiten des Fraunhofer AISEC umzusehen und das neue Gebäude kennenzulernen. An rund 30 Demonstratoren konnten sich die Besucher über aktuelle Forschungsvorhaben informieren und sich mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit austauschen: von Livehacking über Adversarial Examples am Beispiel von Gesichtserkennung über Lösungen zur vertrauenswürdigen Warenverfolgung durch Trackchain-Technologie.

Der Institutsneubau – Sicherheitsforschung für die Zukunft

Neben modern ausgestatteten Büroräumen und Besprechungsecken zur verstärkten interdisziplinären und abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit finden im neuen Institutsgebäude insgesamt zwölf neue Forschungslabors Platz, um unterschiedlichste Software und Produkte systematisch auf ihre Sicherheit hin zu analysieren und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zu testen. Bei exklusiven Führungen konnten die Besucher einen Blick in die Sicherheitslabors werfen. Eines der Highlights ist das Automotive-Labor, in dem die Sicherheit kompletter Fahrzeuge und deren Angreifbarkeit und Verhalten während der Fahrt getestet und analysiert werden kann. Im Hinblick auf die wachsende Vernetzung durch teil- und vollautonome Fahrzeuge wird es zunehmend wichtiger, nicht nur die Manipulationssicherheit einzelner Steuerkomponenten zu untersuchen, sondern eine Sicherheitsaussage über das gesamte, fahrende Auto zu erhalten.

Das neue Industrielabor, in dem eine moderne Fertigungsanlage aufgebaut ist, ermöglicht unter anderem die Untersuchung drahtlos vernetzter Maschinen und deren Auswirkungen auf die Sicherheit der Produktionsabläufe. Im Hardware-Sicherheitslabor werden Mikro-Chips, die in allen intelligenten Objekten zu finden sind, beispielsweise mit speziellen Lasern beschossen, um sensitive Daten wie Passworte aus deren Speichern auszulesen. Im neuen Hochsicherheitsbereich lassen sich durch spezielle bauliche Maßnahmen außerdem Projekte mit höchsten Vertraulichkeitsanforderungen umsetzen.

Das Fraunhofer AISEC – 10 Jahre Institutsgeschichte

Mit der wachsenden Bedeutung des Themas IT-Sicherheit hat sich auch das Fraunhofer AISEC in den vergangen zehn Jahren stetig weiterentwickelt. Der Startschuss fiel im Dezember 2008, als unter der Leitung von Prof. Claudia Eckert eine Fraunhofer-Projektgruppe in München gegründet wurde. Bereits fünf Jahre später, am 1. Dezember 2013, wird das Fraunhofer AISEC nach erfolgreicher Evaluierung in ein eigenständiges Fraunhofer-Institut überführt. Schon früh fokussieren sich die Forschungsschwerpunkte des Instituts auf Angewandte und Integrierte Sicherheit: Von Embedded Security über Hardware Security und Cloud Security bis hin zu Automotive und Industrial Security wird das Kompetenzspektrum stetig erweitert. Auch Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und Postquanten-Kryptografie werden von den über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erforscht.

Das Investitionsvolumen von rund 27 Millionen Euro tragen zur Hälfte das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF sowie der Freistaat Bayern über das Strategieprogramm BAYERN DIGITAL. Im Neubau sollen schon bald über 350 Mitarbeiter arbeiten und insbesondere bayerische Unternehmen dabei unterstützen, sich nachhaltig und wirtschaftlich angemessen gegen Cyberangriffe zu schützen.