Unabhängige Prüfung des weltweit ersten Open-Source-Hardware-Vertrauensankers
Fraunhofer AISEC ist zentraler Partner der OpenTitan Coalition für Sicherheitstests
Das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC ist ab sofort zentraler Partner des OpenTitan®‑Projekts für Sicherheitstests. Das gaben Europas führende Institutionen für angewandte Cybersicherheitsforschung und lowRISC C.I.C., die Organisation für das Open-Silicon-Ökosystem, heute bekannt. Mit seiner weltweit anerkannten Expertise in der Hardware-Sicherheit wird das Fraunhofer AISEC beim weltweit ersten Open-Source-Hardware-Vertrauensanker (Open-Source-Silicon Root of Trust (RoT)*) eine entscheidende Rolle spielen, indem es die Widerstandsfähigkeit des Projekts gegenüber hochentwickelten physischen Angriffen unabhängig überprüft.
OpenTitan, betreut von der gemeinnützigen Organisation lowRISC®, setzt auf eine transparente, gemeinschaftsgetriebene Methodik, um sichere Silizium-Designs in Industriequalität zu entwickeln. Open-Source-Transparenz ermöglicht eine breit angelegte Prüfung des Codes; echte Hardwaresicherheit erfordert rigorose, spezialisierte physische Tests. Genau dies wird das nach Common Criteria (CC) zertifizierte Hardware-Sicherheitslabor des Fraunhofer AISEC bieten, mit hochmodernen Bewertungen einschließlich Seitenkanalanalysen, Fehlerangriffen und der Verifizierung von Secure Boot.
Als Sicherheitstestpartner wird das Fraunhofer AISEC mit der OpenTitan‑Koalition zusammenarbeiten, um die physische Widerstandsfähigkeit der Silizium-Designs des Projekts zu bewerten. Durch die Analyse und das Testen der Hardware-Architektur vor und nach dem Tape-out wird das Fraunhofer AISEC der Open-Source-Community helfen, Gegenmaßnahmen zu verfeinern und kryptografische Beschleuniger zu härten (einschließlich der Integration post‑quanten-kryptografischer Verfahren). Das stellt sicher, dass das Design die höchsten Evaluation Assurance Levels (EAL) erfüllt.
Evaluierung der Sicherheitseigenschaften
Das Fraunhofer AISEC hat in Zusammenarbeit mit Google, lowRISC und Nuvoton die Hardware-Sicherheit des OpenTitan-Chip (OpenTitan-Silicon-Root-of-Trust) evaluiert. Ziel war es, die Sicherheit von OpenTitan gegenüber einem starken Angriffsmodell zu analysieren, bevor der Einsatz in Servern und Chromebooks erfolgt. Die Evaluierung untersuchte die zentralen Sicherheitseigenschaften von OpenTitan und führte zu mehreren Härtungsmaßnahmen sowie Verbesserungen der Sicherheit.
»Wir sind fest davon überzeugt, dass Open-Source-Hardware ein wesentlicher Baustein für die Zukunft technologischer Souveränität und vertrauenswürdiger Elektronik ist«, erklärt Prof. Dr. Georg Sigl, Institutsleiter des Fraunhofer AISEC. »OpenTitan steht für einen Paradigmenwechsel in der Entwicklung sicherer Siliziumlösungen. Wir freuen uns sehr, unser umfassendes Spektrum offensiver Hardwaresicherheitsanalysen in dieses Projekt einzubringen und so sicherzustellen, dass die Innovationen der Open-Source-Community mit kompromissloser physischer Robustheit einhergehen. Mit den zusätzlichen Investitionen in High-End-Laborausstattung, die durch Initiativen wie APECS und das Trusted Electronic Bavaria Center (TrEB) ermöglicht werden und die angewandte Forschung im Bereich vertrauenswürdiger Elektronik fördern, können wir unser Portfolio an Sicherheitsanalysen erweitern und auf neue System-on-Chip- und Chiplet-Technologien ausdehnen.«
Weitere Informationen über das OpenTitan‑Projekt, seine kommerzielle Verfügbarkeit und Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie unter opentitan.org.
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* Ein Open-Source-Silicon Root of Trust (RoT) ist ein speziell gesicherter Hardware- und Firmware-Baustein im Chip, der als vertrauenswürdige Grundlage für Sicherheitsfunktionen wie Secure Boot, Schlüsselmanagement und Kryptografie dient. Durch die Offenlegung des Designs (Open Source) können Community und Fachleute den Code und die Hardwarearchitektur überprüfen, was Transparenz und Vertrauenswürdigkeit erhöht.
Über lowRISC
lowRISC C.I.C. wurde 2014 an der Universität Cambridge gegründet und ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Es stellt eine neutrale Plattform für die kollaborative Entwicklung von Open-Source-Chipdesign und -Tools sowie ihrer langfristigen Entwicklung und Pflege. Das Open-Source-Silizium-Ökosystem von lowRISC umfasst das OpenTitan-Projekt, dessen Ziel es ist, Open-Source-Silizium genauso leistungsfähig zu machen wie Open-Source-Software. Weitere Informationen finden Sie unter www.lowrisc.org.
Kontakt:
lowRISC C.I.C.
Media Relations
E-Mail: lowrisc@w2comm.com
Webseite: www.lowrisc.org
Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit