IUNO-Nachfolgeprojekt

IUNO Insec-Konsortium bringt sichere Industrie 4.0 bei KMUs zur Anwendung

Pressemitteilung /

© Fraunhofer AISEC
Gemeinsam für mehr IT-Sicherheit bei mittelständischen Industrieunternehmen: Am 28. Januar 2020 trafen sich die IUNO Insec-Partner aus Wirtschaft und Forschung am Fraunhofer AISEC in Garching b. München, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.

Im nationalen Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in der Industrie 4.0 (IUNO) haben Forschung und Wirtschaft Bedrohungen und Risiken für die intelligente Fabrik identifiziert, Schutzmaßnahmen entwickelt und diese in exemplarischen Demonstratoren dargestellt. Eines der Nachfolgeprojekte ist IUNO Insec. Es bringt die gewonnenen Erkenntnisse jetzt bei mittelständischen Unternehmen zur Anwendung.

Insbesondere kleine und mittelständische Industrieunternehmen (KMU) haben beim Thema IT-Sicherheit Nachholbedarf. Es fehlt an Expertenwissen sowie technischen und finanziellen Kapazitäten. Die Folge: Das eigene Sicherheitsniveau ist oft unbekannt und eine IT-Sicherheitsstrategie existiert nur selten. Die Unternehmen drohen bei Megatrends wie Digitalisierung und Industrie 4.0 abgehängt zu werden.

Ein Konsortium aus Forschung und Wirtschaft arbeitet aus diesem Grund im Projekt IUNO Insec gemeinsam an Integrations- und Migrationsstrategien für industrielle IT-Sicherheit – insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Partner entwickeln Modelle und Werkzeuge, um die Sicherheit von Industrie-4.0-Prozessen zu bewerten und geeignete Security-Werkzeuge einzusetzen. Beteiligt sind die Fraunhofer-Institute für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC sowie für Sichere Informationstechnologie SIT, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Technische Universität Darmstadt sowie die beiden IT-Sicherheits-Berater accessec GmbH und axxessio GmbH. IUNO Insec orientiert sich an den Ressourcen mittelständischer Industrieunternehmen und gleicht die Entwicklungsarbeiten kontinuierlich mit deren Anwendungsszenarien ab.

Risikobewertung, Anomalie-Erkennung und Anlagenschutz

»Die Digitalisierung von Produktionsprozessen eröffnet große Chancen für Industrieunternehmen: Sie können z. B. effizienter und automatisierter fertigen, neue Geschäftsmodelle entwickeln und für Kunden individueller produzieren. Doch die zunehmende Vernetzung mit dem Internet birgt auch Risiken: Angreifer können sensible Informationen stehlen, Produktionsanlagen fernsteuern oder Computer mit Malware infizieren. Damit die Angriffe erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, entwickelt IUNO Insec geeignete Sicherheitsmaßnahmen – speziell für kleine und mittelständische Unternehmen«, sagt Bartol Filipovic, Leiter der Abteilung »Product Protection & Industrial Security« am Fraunhofer AISEC.

Ergebnisse des IUNO-Projekts in die Praxis umsetzen

Bei IUNO Insec stehen die Themen Bedrohungs- und Risikomodellierung, Anomalie-Erkennung und Maschinelles Lernen, sichere »Digitale Zwillinge« sowie Schutz von Anlagen, Firmennetzen und technologischem Know-how im Fokus. Die Expertinnen und Experten von IUNO Insec beraten außerdem vier weitere Anwendungsprojekte, die Teil der BMBF-Förderrichtlinie »Sichere Industrie 4.0 in der Praxis« sind: I4sec, IUNO-iSOC, IUNO2PAKT sowie PRAISE. Sie haben die IUNO-Referenzergebnisse im Blick und passen die in den Anwendungsprojekten entwickelten Lösungsbausteine bedarfsgerecht an.

Bei I4sec geht es um die sichere Fernwartung von Sensoren in der Produktion und die sichere Kommunikation von Maschinen untereinander. IUNO-iSOC entwickelt einen IT-Sicherheitsleitstand für die Industrie 4.0. IUNO2PAKT forscht an anwenderfreundlichen, automatisierten kryptografischen Schlüsseln und Zertifikaten für netzwerkfähige Geräte in der Produktion. PRAISE will Kenntnisse über die sichere Einführung von Enterprise-Ressource-Planning (ERP) bei mittelständischen Fertigungsbetrieben gewinnen.

 

Infokasten: Die IUNO-Nachfolgeprojekte

Im nationalen Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in der Industrie 4.0 (IUNO) haben Forschung und Wirtschaft Bedrohungen und Risiken für die intelligente Fabrik identifiziert, Schutzmaßnahmen entwickelt und diese in exemplarischen Demonstratoren dargestellt. Die Förderrichtlinie »Sichere Industrie 4.0 in der Praxis« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bringt die gewonnenen Erkenntnisse in den Projekten IUNO Insec, I4sec, IUNO-iSOC, IUNO2PAKT und PRAISE bei mittelständischen Industrieunternehmen zur Anwendung. Das Projekt läuft bis Herbst 2021 und wird maßgeblich vom BMBF gefördert.