Die Potenziale generativer KI für die Cybersicherheit können nur dann wirksam werden, wenn die Systeme vertrauenswürdig sind – also robust, datenschutzfreundlich, transparent, nachvollziehbar und diskriminierungsfrei arbeiten. Andernfalls kehren sich die Chancen in neue Risiken um.
Generative KI-Modelle liefern mitunter falsche oder absurde Antworten, wenn keine verlässliche Datenbasis vorliegt – dieses Phänomen wird als »Halluzinieren« bezeichnet. Es stellt ein zentrales Problem für die Vertrauenswürdigkeit von KI dar, besonders bei Assistenzsystemen, da nicht überprüfbare Inhalte in generierte Dokumente gelangen können.
Unternehmen sollten deshalb gemeinsam mit Politik, Forschung und Verwaltung vertrauenswürdige KI-Ökosysteme aufbauen. Erfolgversprechend sind spezialisierte Modelle mit branchenspezifischem Wissen, die kontrollierbar und anpassbar sind. So kann Europa digitale Souveränität stärken, Abhängigkeiten verringern und eigene ethische sowie regulatorische Standards wirksam umsetzen.
Techniken für vertrauenswürdige, kontrollierbare KI-Systeme
Techniken wie Fine-Tuning, Transfer-Learning oder Retrieval-Augmented Generation (RAG), aber auch Prompt-Optimierung und In-Kontext-Learning eröffnen Möglichkeiten für vertrauenswürdige, kontrollierbare KI-Systeme.
Beim Fine-Tuning wird ein bereits vortrainiertes Modell an spezifische Aufgaben mittels geeigneter Daten angepasst. Das spart Rechenressourcen und ermöglicht eine schnelle Anpassung an besondere Anforderungen, da kein vollständiges Neutraining nötig ist.
Transfer-Learning trainiert ein Modell auf Basis vorhandenen Wissens für eine verwandte Aufgabe weiter, wobei nur ein Teil der Parameter verändert wird.
Retrieval-Augmented Generation (RAG) kombiniert generative Modelle mit einer externen Datenbank, wodurch das Modell während der Antworterzeugung Informationen in Echtzeit abrufen kann. Dies erhöht Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Genauigkeit, ohne dass ein erneutes Training nötig ist. Methoden wie das »Steering« greifen sogar in den Inference-Mechanismus von Open-Source-Modellen ein, und können so gezielt Halluzinationen unterbinden.
Prompt-Optimierung bedeutet, die Eingaben (Prompts) an ein Sprachmodell so zu formulieren und anzupassen, dass die Antworten präziser, nützlicher und vertrauenswürdiger werden.
In-Kontext-Learning: Dabei nutzt ein Sprachmodell die Beispiele oder Hinweise, die man ihm direkt im Eingabetext gibt, um daraus »on the fly« zu lernen und passendere Antworten im aktuellen Zusammenhang zu liefern.